SHORTEN THE DISTANCE – DAS KASUNGU–PROJEKT

Verteilung von Hygieneartikel in drei Dörfern - Juli 2020

Erfolgreich, aber auch erschöpfend war der lange Tag von unserem Partnerverein „Shorten the Distance Malawi“. In Zusammenarbeit mit dem „Kasungu Municipal Council“ hat der Partnerverein in drei abgelegene Dörfer von Kasungu Aufklärungsarbeit zur Covid-19 geleistet, um die Lebensumstände der Bewohner zu verbessern.

Vollbeladen mit Kisten gefüllt mit Seifen, selbst genähten Masken aus traditionellem Chitenge-Material, und mehreren mobilen Wachstationen fuhren sie nach Chilinga, Chiuno und Dani Village. Dort wurden sie mit einem Gebet von den Chiefs herzlich empfangen und begrüßt. Die Chiefs sind über die Verteilung von Hygieneartikeln in ihren Dörfern sehr dankbar.

Nicht nur die Verteilung von Seifen und Masken war für unseren Partnerverein wichtig, aber noch mehr die Vermittlung von Wissen und die Demonstration der korrekten Anwendung. Mit einer mobilen Wachstation und Seife demonstrierte das Team den Bewohnern, wie man gründlich die Hände wäscht bzw. auf welchen Stellen man am meisten achten muss. Ebenso wurden Flyer über Hygienemaßnahmen verteilt. Anschließend zeigte und erklärte das Team, wie man vernünftig die Maske anzieht und wie man sie nach dem Waschen wieder benutzt.

Es benötigte viel Vorbereitungszeit und Organisation, um diesen Tag zu realisieren und es ist uns eine Freude, dass es funktioniert hat und wir sind sehr stolz auf unseren Partnerverein.

Auch wenn die Situation in Malawi hinsichtlich der Corona-Pandemie noch nicht gravierend ist, sind die Fälle von Covid19 (Corona Virus Disease 2019) tendenziell am Steigen. Die Armutsgrenze in Malawi ist sehr hoch und die Menschen leben von der Hand in den Mund, was die Situation weiter verschärft. Es wird geschätzt, dass die Dunkelziffern wahrscheinlich weit höher liegen.

Demnach gilt es heute mehr denn je, wir können nur mit eurer Hilfe die Bewohner von Kasungu unterstützten und einen kleinen Teil dazu tun, die Verbreitung von Covid-19 einzudämmen.

Helfen auch Sie uns mit Ihrer Spende die nötigen Mittel zu beschaffen!

LoNam Magazin - Februar/März 2020

Perspektivwechsel - September 2019

Nicht nur in Malawi, sondern auch in Deutschland sind wir aktiv. Unsere Projekt-Idee „Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe“ wird an Schulen sowie auch in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen vorgestellt. Mit unserer zukünftigen jungen Generation wollen wir, „Shorten the Distance“, die Entwicklungszusammenarbeit aus einer neuen Perspektive betrachten. Afrika soll ein neues Bild im Bereich Entwicklungszusammenarbeit bekommen. Der Wille sich zu entwickeln muss von den Afrikanern selbst kommen, denn: „Man kann niemanden waschen, der nicht gewaschen werden will.“ Der Mensch ist in der Lage Verantwortung zu tragen und sich zu entwickeln, sofern er nicht mehr von anderen abhängig ist.

In den Einrichtungen führen wir mit den jüngeren Generationen einen Dialog und eine Diskussionsrunde zu den folgenden Themen:

• Warum wird der Afrikanische Kontinent von der westlichen Welt immer arm und hilflos dargestellt?

• Wie kommt es, dass trotz der viele NGO’s (Non-governmental organization) der Kontinent immer noch nicht weiter entwickelt ist?

• Macht die Entwicklungshilfe die Menschen nicht noch mehr abhängig?

• Braucht Afrika Entwicklungshilfe?

 

Diese spannenden und hoch sensiblen Themen führen zu Gedankenaustausch und hoffentlich einem Wechsel seiner eigenen Perspektive. Gemeinsam tauschen wir unsere verschiedenen Meinungen und Vermutungen aus. Dabei schauen wir auf die aktuelle Lage und die Situation des Afrikanischen sowie auch des Europäischen Kontinent. Inhaltlich beschäftigen wir uns auch mit den kulturellen Unterschieden, mit Bildung und Berufsperspektiven, Lebensumständen, Gesundheit und Chancengleichheit. Mit diesem Austausch wollen wir Interesse und Neugierde bei den Teilnehmern erwecken, um eine weltoffene Denkweise zu entwickeln und um ein eigenes Bild von Afrika zu kreieren. Außerdem geht es darum, Stereotypen, Vorurteile und Stigmatisierung von Menschen mit anderer Herkunft oder Hautfarbe zu vermeiden.

 

Um das Zusammenleben in der globalisierten Welt besser zu verstehen, spielt Partizipation im Bereich Bildungsarbeit für uns einen sehr wichtigen Aspekt, sei es im In- oder im Ausland. Wir wollen das alle Menschen sich beteiligen: Dass sie mitmachen, mitreden und bei der Organisation helfen. Dieses Bewusstsein kann sich nur weiterentwickeln in dem wir unsere Projekt-Ideen und die Botschaft verbreiten.

Bild: KJBb Friedrichshain-Kreuzberg

Im Rahmen der Friedrichshain-Kreuzberger Partnerschaften für Demokratie fand das Barcamp „Demokratie leben“ statt, bei welchem wir als Teilnehmer dabei sein konnten und unser Projekt vorstellen durften. Anbei einen Link unsere Beteiligung von Kinder- und Jugend-Barcamps: „Demokratie leben“ & „Stimme der Zukunft“

Kinder- und Jugend-Barcamps: „Demokratie leben“ & „Stimme der Zukunft“

Den Abstand verkürzen und die Menschen mit Wasser versorgen

von Dennis Wolter

 

Im September 2019 besuchte ich Shorten the Distance in Kasungu/Malawi. Ich war auf dem Weg von einem Festival am Ufer des Malawisees zurück in die Hauptstadt Lilongwe. Mit dabei war Victor, ein Solaringenieur, der an einem großen Solarparkprojekt auf halbem Weg zwischen Kasungu und dem Malawisee arbeitet. Ich arbeite als Projektkoordinator für die in Deutschland ansässige NGO Viva con Agua, für die ich Trinkwasser- und Sanitärprojekte auf dem afrikanischen Kontinent koordiniere und Projektpartnerschaften pflege und ausbaue. Vor meiner Ankunft in Malawi hatte ich bereits einen Besuch bei Shorten the Distance in Kasungu vereinbart.

 

Wir haben uns mit Herrn Nyangu, dem Vorsitzenden von Shorten the Distance, in der Stadt Kasungu getroffen bevor wir gemeinsam zum Gelände fuhren. Herr Nyangu ist ehemaliger Schulleiter und der Bürgermeister des Kasalika Bezirks, in dem sich das Grundstück befindet. Nach einer zehnminütigen Fahrt in den Nordosten von Kasungu erreichten wir das Gebiet, das in naher Zukunft ein Jugendzentrum beherbergen wird. Derzeit sieht das Land noch etwas karg aus, aber die Organisation hat bereits damit begonnen, Obstbäume auf dem Grundstück zu pflanzen. Die Erscheinung der Umgebung ist typisch für peri-urbane Gegenden, wie sie sich in vielen malawischen und afrikanischen Städten im Allgemeinen befinden: verstreute kleine Häuser, die vorwiegend kleinbäuerliche Landwirtschaft betreiben. Zum wirtschaftlichen Verkauf wird hier hauptsächlich Tabak angebaut.

Bild links: Herr Nyangu (links) und Victor (rechts) am Brunnen des Shorten the Distance-Grundstücks in Kasungu. Bild rechts: Bewohner der umliegenden Häuser - Circa. 10-20 Eimer Wasser werden pro Tag aus dem Brunnen erschöpft.

Herr Nyangu führte uns über das großzügige Grundstück und erklärte ausführlich, welche Arbeiten bereits ausgeführt wurden. Da das Gelände in etwa 500 Metern Entfernung zum Wassernetz der Stadt Kasungu liegt und die umliegenden Haushalte mit Wasserknappheit konfrontiert sind und keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten, hat die Organisation zunächst einen handgegrabenen Brunnen mit einer Tiefe von 15 Metern implementiert. Dies ist eine gängige Praxis in Malawi und anderen Ländern Subsahara-Afrikas, bei der ein Loch mit einem Durchmesser von etwa 1 Meter gegraben wird, bis das Grundwasser erreicht ist. Nach der Fertigstellung wird die Struktur durch Ringe aus Beton oder in diesem Fall mit einem Mauerwerk aus gebrannten Ziegeln verstärkt. Derzeit holen die fünf Haushalte in unmittelbarer Nähe mit Eimern und einem Seil Wasser aus dem Brunnen. Aufgrund der geringen Tiefe des Brunnens ist der Ertrag auf ca. 10-20 Eimer pro Tag begrenzt, was einer Brunnenergiebigkeit von etwa 6 Litern pro Stunde entspricht. Shorten the Distance sammelt derzeit Mittel, um eine Handpumpe zu installieren, um das Pumpen von Wasser zu erleichtern, wie sie es bereits an mehreren anderen Brunnen getan haben. Mittel- und langfristig muss der Brunnen jedoch entweder durch eine Vertiefung des bestehenden Brunnens oder durch Bohren eines neuen, tieferen Brunnens erweitert werden, um die Ergiebigkeit der Wasserstelle zu erhöhen. Dies ist nötig, um das Shorten the Distance Gemeindezentrum und den umliegenden Haushalten Zugang zu ausreichenden Wassermengen zum Trinken und andere häusliche Zwecke zu verschaffen.

 

Darüber hinaus sammelt Shorten the Distance Mittel für den Bau der ersten Struktur des geplanten Jugendzentrums. Hierbei handelt es sich um eine Mehrzweckhalle, die für Workshops, Versammlungen und Veranstaltungen genutzt werden kann, welche durch eine Toilettenanlage ergänzt werden soll, um ein einladendes Umfeld für alle Besucher des Jugendzentrums zu schaffen. Herr Nyangu stellte uns die technischen Zeichnungen für das Bauwerk vor, die Kosten werden auf rund 10 Millionen Malawi Kwacha (umgerechnet rund 12.000 Euro) geschätzt.

 

Das Projekt zielt darauf ab, die Lebensbedingungen der umliegenden Haushalte zu verbessern, indem sie einen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten und einen sicheren Ort zu schaffen, um Talente zu fördern und kreative, wirtschaftliche und soziale Kompetenzen von Menschen, insbesondere Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen, zu entwickeln. Wenn Ihnen diese Initiative gefällt, unterstützen Sie bitte Shorten the Distance mit Ihrer Spende, damit die Handpumpe und das Gemeindezentrum realisiert werden! Denn Wasser ist Leben!

 

All 4 Water – Water 4 All!

Planung Jugendzentrum

Zurzeit hat der größte Teil der Bevölkerung von Malawi keinen Zugang zu Elektrizität bzw. zu Stromversorgung, was große Probleme mit sich führen kann. Ein Aufenthaltsraum mit solartechnischer Energieversorgung soll als Grundstein für unser Jugendzentrum dienen und diesem Problem entgegenwirken. Der Raum soll zum Treffpunkt für Kinder und Jugendliche in der ländlichen Gegend werden. Dort werden Kinder und Jugendliche außerdem die Möglichkeit haben, ihre schulischen Aufgaben wie Lesen, Schreiben und Hausaufgaben auch abends erledigen zu können. Dabei wird die Alphabetisierung der Kinder gefördert und die Interesse am Lernen entwickelt. Dies soll der Grundstein für Bildung und eine berufliche Zukunft sein. Mit Solarenergie entstehen neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel sich durch Computer im Internet neues Wissen anzueignen.

Sie werden den Zugang zu Computerunterricht, Photography und Videography haben, außerdem soll mit der Möglichkeit selber Musik zu produzieren die Kreativität der jungen Menschen gefördert werden. In der Einrichtung lernen sie auch die Grundlagen der Funktion und Nutzung von Solartechnologie. Dort werden in Zukunft auch Indoor-Aktivitäten wie Tischtennis, Kicker, Billiard und Schach gespielt, um die Kinder und Jugendlichen zusammen zu bringen und dabei auch den Raum für neue Ideen und Projekte zu geben.

Die Reise geht weiter - Juli 2019

Anfang Juli flogen Jacob und Mareike erneut nach Kasungu, Malawi. Das wichtigste Ziel war die Etablierung von StD Malawi- unserer malawischen Partnerorganisation. Für die Gründung trafen wir uns mit allen 7 Gründungsmitgliedern; darunter ein Schuldirektor, eine Bankkauffrau und 2 Jugendliche aus dem Dorf. Mit der freiwilligen Unterstützung eines Anwalts gelang es uns innerhalb dieser Woche, den Verein offiziell zu gründen: damit sind wir unabhängig von anderen Organisationen. In der darauffolgenden Woche trafen wir uns mit Jugendlichen des Dorfes, die uns ihre Ideen für ein Jugendzentrum unterbreiteten: es wurden unter anderem eine Fahrradwerkstatt und eine Näherei vorgeschlagen, der Fokus soll auf jeden Fall auf der Nutzung von Solarenergie liegen, um Unabhängigkeit zu fördern.

Des Weiteren fuhren wir nach Blantyre, einer Stadt im Süden Malawi, wo wir ein bereits seit 25 Jahren existierendes Jugendzentrum besuchten: Samaritan Trust. Es war schön zu erleben und zu hören, dass deren Projekte von den Kindern und Jugendlichen der Region so gut angenommen worden sind: sie bieten sechsmonatige Workshops an, die sie dann befähigen, als Elektriker, Maurer oder Näher zu arbeiten. Auch in Kasungu hatten uns im Vorfeld die Jugendlichen von ähnlichen Wünschen für ihre Zukunft berichtet. Zurück in Kasungu trafen wir einen Architekten, um ihm einen ersten Entwurf unseres Gebäudes vorzulegen, um eine Vorstellung von den Preisen hier in Malawi zu bekommen. Wir waren sehr begeistert, als er uns die von ihm gebauten Häuser zeigte. Sobald die exakten Pläne für den Bau des Jugendzentrum stehen, kommt der nächste Schritt für uns: Spendensammeln für unser Projekt.

Alles in allem hatten wir eine erfolgreiche Zeit in Malawi, haben dort viele motivierte Kinder und Jugendliche kennen gelernt, die auch trotz Mangel an Mitteln viel Kreativität zeigten. Anbei ein Video einer improvisierten Band, die mit Drähten, Stoffen und Ästen ein Schlagzeug gebaut haben. Überall in Malawi sahen wir die Kreativität der Menschen, es fehlt nur an Ressourcen und Wissen. Wir hoffen sehr, mit einem Jugendzentrum diesen Teil dazu beitragen zu können.

Berliner Zeitung - August 2018

Quicklinks

Be smart,  Shorten the Distance


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